Farmer John - Mit Mistgabel und Federboa

 

Farmer John - Mit Mistgabel und Federboa

„Farmer John“ ist die epische Geschichte des einzelgängerischen Bauern John Peterson und seines Hofes „Angelic Farms“ in im Mittleren Westen der USA unweit von Chicago. Obwohl in der ländlichen Heimatgemeinde als von Gerüchten umwitterter Außenseiter misstrauisch beäugt, stemmt sich Peterson sein Leben lang als Einzelkämpfer in 3. Generation auf dem Hof seiner Familie furchtlos gegen Wirtschafkrisen und das große Farmensterben. Seine künstlerische Ader, stets aktiv von ihm in Szene gesetzt, und die daraus entstehenden persönlichen und wirtschaftlichen Zäsuren bringen ihn mehrmals an den Rande des persönlichen Ruins. Doch seine Wertschätzung für Land, Bauernarbeit, Obst und Gemüse geben ihm immer wieder die Kraft, den Mut und die Energie, ein neues Kapitel seines Lebens aufzuschlagen. Heute ist der Hof „Angelic Organics“ eine der größten „Community Owned Farms“ (also ein aus betriebswirtschaftlicher Sicht von Familien auf Anteilsbasis betriebener Direkt-Erzeugerhof) in den USA, die Woche für Woche mehrere tausend Familien im Großraum von Chicago mit frischem, organisch erzeugtem Gemüse versorgt.
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Farmer John mit Kohlkopf John als Kind auf der Farm Farmer John auf Traktor
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Farmer John im Klee Die CSA versorgt über 1400 Familien in Chicago! Farmer John auf seinem Feld
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John als Teenager Mit Spiegel im Feld Mit Freundin Leslie im Bienenkostüm...
Heute ist der Angelic Organics Hof in Caldedonia, Illinois ein florierender, biologisch-dynamischer Gemüseanbau, betriebswirtschaftlich modernst und erfolgreich geführt. In den Schuppen und Häusern, auf den Feldern und Äckern des Hofes herrscht emsige Betriebsamkeit, der Hof ist in so gut wie jeder Hinsicht ein Musterbetrieb. Doch dies was nicht schon immer so. Vielmehr ist die Geschichte der Farm, engst verbunden mit der Geschichte ihres betreibenden Bauern in 3. Generation – Farmer John Peterson, eine lange Geschichte voll Leid, Orientierungslosigkeit und Verzweiflung. Aber auch eine Geschichte voll Heimat und Naturliebe, Mut zum Neuanfang und Hoffnung auf ein besseres Morgen; und eine Geschichte über die Fähigkeit des Menschen sein eigenes Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und zu beeinflussen. 
Schon als Kind arbeitet John zusammen mit seinen Eltern auf dem Bauernhof der Familie. Das Stück Land, vom Großvater während der großen Rezession Anfang des letzten Jahrhunderts mühevoll erarbeitet und bewahrt, ist der einzige und zugleich auch kostbarste Besitz der Familie. Und die Basis ihres Lebensunterhalts. Emotional ist John eng mit der Mutter verbunden, in der Farmarbeit ganz seines Vaters treuester, begeisterter Schüler. So ist es keine Frage, dass John die Farmarbeit übernimmt als der Vater schon sehr früh stirbt. Und John wird zum einzigen Teenager weit und breit, der neben der Schule noch eine komplette Farm bewirtschaftet. Während für andere die erste Schulstunde der Beginn des  Tages ist, hat John um diese Zeit bereits schon 20 Kühe gemolken und gefüttert ... Und er liebt dieses harte Leben. Das ist sein Leben. Keine Frage.
Dies ändert sich auch nicht, als John am College zu studieren beginnt. Und der junge Mann mit dem eigenen Bauernhof erweckt Interesse im Kreise der Kommilitonen. Viele finden den Weg auf seinen Hof, das verlockende, einfache Bauernleben mit körperlicher Arbeit und genügend Zeit den eigenen künstlerischen Ausdruck in Bildhauerei, Theater und Bild in der Scheune zu entdecken, passt zudem nur all zu gut zum Zeitgeist der Hippie-Zeit der 60er- und 70er. Zumal John die Entwicklung kräftig fördert – schätzt er doch selbst neben seiner Arbeit das Künstlerische sehr. Argwöhnisch beobachtet vom konservativ-ländlichen Umfeld der Nachbarn, wird die Farm über Jahre zur Hippie-Kommune mit allem was dazu gehört ... John bleibt über die Jahre immer auch der aktive Bauer mit Leib und Seele. Und die Farm seine Heimat. So schön die jungen Jahre verlaufen, umso härter trifft es John Peterson in Folge. Der Zinsmarkt dreht, zudem verändert sich der Markt für Agrarerzeugnisse (nicht nur) in den USA total - viele kleine Familienbetriebe brechen unter dem Teufelskreis aus Schuldenlast aufgrund von Maschinenneuanschaffungenund ausbleibenden Einnahmen zusammen. Auch Farmer John Peterson muss aufgeben und schmerzenden, schweren Herzens große Teile des Betriebes sowie fast die gesamten Maschinen versteigern lassen. Mehr noch als der Verlust des Materiellen trifft Peterson der ideelle Verlust und das Gefühl seine Familie enttäuscht zu haben indem er die Farm zum Scheitern brachte. Tief deprimiert sucht er sein Seelenheil in der Kunst als Theatermacher und Skulpteur; er reist rastlos durch die Welt; sucht zu vergessen, sucht seinen inneren Ruhepunkt, seine Ausgeglichenheit wiederzufinden. Es zieht ihn zurück. Dorthin wo schon seine Wiege stand. Auf den Hof seiner Ahnen, seinen Hof. Er spürt die Erde in seinen Händen, wie unter Zwang beginnt er wieder mit dem Feldbau. Doch der Markt ist nicht offener geworden für kleine Produzenten, die Zeiten für Kleinbauern sind noch immer hart. Zudem vermag John sehr oft selbst nicht so recht klar sehen, wer er nun ist. Ein Künstler der gerne Feldbau betreibt? Ein Bauer mit einem Faible für Kunst? Zahlreich die kleinen und großen Krisen über die Jahre,  ie Versuche, die Enttäuschungen und auch die Momente der Leere; des Nicht-mehr-weiter-Wissens. Und auch des Nichtmehr-weiter-Könnens. John weiß immer nur eines: Er liebt es zu sehen wie Pflanzen wachsen. Wie aus einem Samenkorn neues Leben entsteht. Wie die Erde riecht. Wie sie sich anfühlt. Er liebt es dem eisernen Pflug zuzusehen wie er die Erde bearbeitet. Erst als John Peterson das bis heute für Bauernhöfe zukunftsweisende CSA-Prinzip (CSA = Community Supported Agriculture) entdeckt, einhergehend mit dem  verstärkten Aufkommen von Umsetzungs- und Absatzmöglichkeiten für Biologisch-Dynamischen Landbau, zeigt sich für Peterson wieder ein deutlicher, auch für ihn gangbarer Weg in die Zukunft. Das CSA-Prinzip basiert darauf, dass Familien Hofteilhaber werden, die jeweils mit einem bestimmten Betrag zur Finanzierung des Hofes beitragen und so den Grundstein für notwendige Investitionen legen. Im Gegenzug bekommen die Teilhaber die Möglichkeit zum Bezug von Hoferzeugnissen (Obst, Gemüse, Eier etc.) Somit hat der Landwirt eine solide Arbeitsgrundlage und ist unabhängig von nur an finanziellen Kriterien interessierten Geldgebern, die Familien haben den Vorteil die Erzeuger ihrer Nahrungsmittel  direkt zu kennen und auch einen gewissen Einfluss auf diese ausüben zu können. Mit Hilfe des CSA-Prinzips und der Grundsätze der Biologisch-Dynamischen  Landwirtschaft gelingt es Peterson die Farm erneut zum Erblühen zu bringen. Er findet wieder zurück in seine perfekte Balance zwischen Kunst und Gemüsebau, Leben und Erleben, Körper und Seele ...

Auszeichnungen:

Gewinner „Grand Jury Award“ San Francisco Intl. Film Festival
Gewinner „Audience Award“ Chicago Intl. Documentary Film Festival
Gewinner „Grand Jury Award“ Bend Film Festival
Gewinner „Audience Award“ bei „Best Of Fest“ des Bend Film Festivals
Gewinner „Audience Award“ Slamdance Film Festival
Gewinner „Grand Jury Award“ Newport Film Festival
Gewinner „Grand Jury Award“ Nashville Film Festival
Gewinner „Reel Current Award“ Nashville Film Festival
Gewinner „Audience Award“ Jackson Hole DocuWeek
Gewinner „Grand Jury Award“ Wisconsin Film Festival
Gewinner „Audience Award“ Wisconsin Film Festival
Gewinner „Audience Award“ Inspiration Film Festival
Gewinner „Grand Jury Award“ Inspiration Film Festival
Gewinner beim Wild And Scenic Environmental Filmfestival
Gewinner „World Cinema Documentary“ Milwaukee Film Festival
Gewinner „Best Feature“ Belott Intl. Film Festival
Gewinner „Audience Award“ Belott Intl. Film Festival
Official Selection International Documentary Filmfestival Amsterdam
Internationale Filmfestspiele Berlin 2007 - Reihe Kulinarisches Kino

Pressestimmen:

„In dem rührigen Dokumentarfilm erzählt Farmer John seine Geschichte. Mal lyrisch, mal  melancholisch, mal traurig, mal komisch, stets unterhaltsam. Es ist ein kleiner, feiner, wunderbarer Film über Small-Town-Amerika, ein Amerika abseits von Krieg und Bush und Cheney. Archivmaterial aus 50 Jahren macht „Farmer John“ obendrein zu einem Juwel der Zeitgeschichte.“
Der STERN, Ausgabe v. 06.09.2007

"Dieser Dokumentarfilm ist ein Glücksfall. Zum einen, weil er beispielhaft von der Entwicklung landwirtschaftlicher Familienbetriebe (nicht nur in den USA) erzählt, zum anderen, weil er in der Person des Farmers John Peterson eine charismatische, bisweilen auch exzentrische Figur mit großem Unterhaltungsfaktor vorstellt. Es kann heute nicht genug Farmer vom Schlage eines John Peterson geben."
www.programmkino.de

 „Sehr besonders ... Eine humorvolle, packende und mit genauem Blick erzählte Geschichte.“
Al Gore, ehemaliger Vize-Präsident der USA, Dozent, Redner, Autor, Umweltaktivist

„Ein charmanter, wundervoller und wichtiger Film.“
Alice Waters

„John Peterson ist ein beeindruckender und komplexer Charakter. Seine Geschichte geht einem zu Herzen,bricht einem fast das Herz. Und hinterlässt den Zuschauer mit einer sehr erfüllenden Vision.“
Nina Utne, UTNE

„Der Film ist eine zutiefst berührende Metapher über die Lebenskrisen einer ganze Generation. Die Geschichte von Johns Triumph reflektiert auch wesentliche Erlebnisse von uns Stadtkindern - unsere verzweifelte Suche nach Kontakt zur Mutter Erde und unsere unvermeidliche Trennung von ihr durch unser Alltagsleben.“
Mark Achbar, Regisseur, u.a. The Corporation

„Ein liebenswerter, berührender, inspirierender und ganz eigener Dokumentarfilm.”
Roger Ebert, Chicago Sun-Times

„Der Film reflektiert 50 außergewöhnliche Jahre im Leben eines epochalen Charakters - ein beeindruckender Charakter ... beschenkt mit einem beseelten Optimismus, so großartig wie die Fruchtbarkeit der Böden im mittleren Westen ...“
Scott Foundas, Variety

„Einer der Top-Ten Filme des Jahres. So amüsant, berührend und voller Hoffnung wie ein extra zu diesem Zwecke erdachtes, fiktional erzähltes Drama.“
Shawn Levy, The Oregonian

„Beeindruckende zeitgenössische Filmbilder und Archivmaterial. Die Story über eine Farm , die zusammenbricht und dann wieder aufersteht ist erstaunlich.“
USA Today

„Eine inspirierende Geschichte der Heilung, des aus sich selbst heraus Wachsen und der Tugend der Überzeugung“
The New York Times

„Ich habe diesen unerhörten Film geliebt! Er nimmt einen für sich ein, berührt und ist höchst unterhaltsam.“
Audrey Philpot, Malibu Chronicle

„Unerklärlich zwingend beeindruckendes Portrait eines einfachen Exzentrikers aus dem Mittleren Westen. Die Geschichte mag zunächst nicht nach viel klingen, aber der außergewöhnliche Charm des Films kann auch das Herz einen eingeschworenen Hippie-Hassers zum schmelzen bringen.“
Cliff Doerksen, Time Out (Chicago)

"Ein genussvoll anzusehender Blick auf ein sehr unkonventionelles Amerika.“
Walter Addiego, San Francisco Chronicle

"Der Film ist voll von seltsamen Triumphen und ausgefallenen Erfüllungen ...“
Michael Wilmington, Chicago Tribune

„Ein überraschend anrührendes und menschliches Porträt.“
New City, Chicago

„die Verlinkung der politischen und künstlerischen Ideale der 60er-Jahre mit den Inhalten
der Ökologie-Bewegung der Gegenwart funktioniert.“
Chicago Tribune

Eine Produktion von Collective Eye Studio, USA 2005
Regie/Produktion: Taggart Siegel
Produktion: Teri Lang
Schnitt: Greg Snider
Musik: Mark Orton, Dirty Three